Lesen ist heute anders als gestern
Viele Texte erreichen uns heute zuerst auf dem Smartphone: idealerweise in einem ruhigen Moment, auf dem Sofa, in einer Pause, zwischendurch. Dabei ist nicht nur die Bildschirmgröße anders, sondern auch die Aufmerksamkeit, der Rhythmus und die Erwartung. Leserinnen und Leser entscheiden unmittelbar und intuitiv, ob sich ein Text einladend anfühlt. Nicht selten ist eine Geschichte schon beim Einstieg zu Ende.
Mobile first heißt nicht mobile only
Vom Smartphone her zu denken bedeutet nicht, den Desktop aufzugeben. Es heißt nur, zuerst von der engeren, anspruchsvolleren Lesesituation auszugehen und dafür zu sorgen, dass ein Text dort trägt. Ist das gelungen, wird sich dieselbe Story auf größeren Bildschirmen von selbst großzügig entfalten. Der Desktop bleibt wichtig, gerade für Medienschaffende — aber er ist nicht länger der einzige Maßstab für eine gute Präsentation.
Eine gute Story sollte sich auf dem Smartphone leicht erfassen und am Desktop in Ruhe lesen lassen.
Redaktionelle Leitidee für Stories auf PictureGrove
Warum Form heute wichtiger ist als früher
Die Lesegewohnheiten haben sich stark verändert. Die Aufmerksamkeitsspannen sind kürzer geworden. Da helfen klare Titel, eine kurze Zusammenfassung, gut gesetzte Abschnitte, zurückhaltende Typografie und eine begrenzte Zahl von Bildern. All das macht eine Story zugänglicher. Statt Leserinnen und Leser allein durch lange Texte kämpfen zu lassen, führt ein gutes Format sie ruhig hindurch.
Kürzer wirkt reicher
Länge ist nicht dasselbe wie Tiefe. Auf Smartphones wirken lange Texte selten großzügig, sondern eher erdrückend. Kürzere Fassungen erzeugen mehr Luft, gute Formate mehr Klarheit und mehr Bereitschaft weiterzulesen. Eine Story muss nicht alles sagen. Sie muss das Wesentliche auf eine Weise vermitteln, die im Gedächtnis bleibt.